Logo
Spiritualität

Basel rüstet zum grossen Empfang

Vom 28. Dezember bis zum 1. Januar kommen 15 000 Jugendliche aus ganz Europa zum Taizé-Jugendtreffen nach Basel. Zurzeit sind die Veranstalter vor allem mit logistischen Herausforderungen beschäftigt. Sie suchen Gastfamilien, welche die jungen Pilger bei sich aufnehmen.

Zum Grossevent zur Jahreswende erwarten die Brüder aus Taizé in Basel 15 000 bis 20 000 Jugendliche, allein aus Polen reisen 6400 in Bussen an. Die meisten sind zwischen 18 und 25 Jahre alt. Für alle braucht es Transportmöglichkeiten, Unterkünfte und Mahlzeiten. Die Bruderschaft habe jahrzehntelange Erfahrung mit dem Organisieren der Grossevents, betonte an der Pressekonferenz vom Donnerstag in Basel Fabian Dinkel, der für die Koordination verantwortlich ist.

Seit 40 Jahren zu den Jugendlichen unterwegs
1949 gründete der reformierte Schweizer Pfarrer Roger Schutz die ökumenische Bruderschaft in der Ortschaft Taizé im Burgund. Die Communauté zählt heute rund hundert Brüder aus über 25 Ländern. Seit 60 Jahren veranstalten die Brüder Jugendtreffen, seit 40 Jahren begeben sie sich auf den «Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde». Frère Roger habe gewollt, dass die Brüder die Jugendlichen nicht nur nach Taizé einladen, sondern die Gemeinschaft von Zeit zu Zeit verlassen, um die jungen Leute in ihrer Lebenswelt zu besuchen, erklärte Bruder Richard. Dafür reisen die Brüder auch nach Afrika und Asien. «Die weltweite Dimension ist uns wichtig.» Europa müsse seinen Platz in der weltweiten Gemeinschaft finden, sagte Frère Richard. In Basel werden Gäste aus Hongkong dabei sein. Dorthin führt der «Pilgerweg des Vertrauens» die Brüder nächstes Jahr.

Zum ersten Mal gemeinsam mit drei Ländern
Seit September sind drei Taizé-Brüder, drei Schwestern aus der Gemeinschaft vom Heiligen Andreas und zwölf junge Freiwillige in Basel, um das Jugendtreffen vorzubereiten. Es sei das erste Treffen, an dem mit der Schweiz, Deutschland und Frankreich drei Länder beteiligt sind, sagte Bruder Richard. Besonders freut er sich darüber, dass nicht weniger als elf Kirchen und kirchliche Organisationen die Brüder nach Basel eingeladen haben. Neben den Reformierten und Katholiken auch die Freikirchen der Evangelischen Allianz Basel-Stadt und die Serbisch-Orthodoxe Gemeinde.

280 Reisebusse, 50 000 warme Mahlzeiten
Am 28. Dezember erwarten die Veranstalter 280 Reisebusse. Nach ihrer Ankunft fahren die jugendlichen Pilger mit Tram und Zug in die 120 Kirchgemeinden in den beiden Basel, im Aargau, im Solothurnischen, ins Badische oder ins Elsass, wo sie ihre Gastfamilien kennen lernen. Am Abend treffen sich alle zum Nachtessen und Abendgebet in den Sporthallen St. Jakob in Basel. Man stehe sowohl mit den Betrieben des öffentlichen Verkehrs als auch mit der Polizei in engem Kontakt, um einen sicheren und geordneten Ablauf des Grossanlasses zu gewährleisten, so Fabian Dinkel. 12 000 Freiwillige werden im Einsatz stehen. Auf die Teilnehmenden warten 50 000 warme Mahlzeiten, 55 000 Wasserflaschen, 52 500 Äpfel und 75 000 Mandarinen.

TV-Übertragung aus dem Münster Basel
Die Gebete und Veranstaltungen stehen der ganzen Bevölkerung offen. Am 31. Dezember findet das Mittagsgebet um 13.10 Uhr im Münster Basel statt. Es wird vom Schweizer Fernsehen SRF wie auch vom deutschen Sender ARD übertragen. Es sei von grosser Bedeutung, das Jahr des Reformationsjubiläums in einer Stadt zu beenden, die von der Reformation so stark geprägt worden sei, meinte Bruder Richard.

Gastfamilien dringend gesucht
Die grösste Aufgabe zurzeit sei es, Gastfamilien zu finden, sagte Sara Fruga, die als Freiwillige die Kontakte zu den Kirchgemeinden knüpft und betreut. Familien und Gäste erfahren erst bei der Ankunft, wer bei ihnen wohnen wird. Oft ergäben sich aus den persönlichen Kontakten langjährige Beziehungen, schilderte Fruga ihre eigenen Erfahrungen. Bis heute sei sie mit einem älteren Ehepaar befreundet, das sie vor Jahren bei sich aufgenommen hatte. Beim Jugendtreffen fühle man sich als Teil von etwas Grösserem. Man erfahre, dass man nicht alleine sei.

Mut schöpfen und Freude finden
Viele junge Menschen seien bedrückt, wenn sie all die schlechten Nachrichten über die Kriege, die Klimakatastrophen oder wirtschaftlichen Probleme in der Welt sehen, meinte Bruder Richard: «Sie sollen Mut finden an den Jugendtreffen.» Das Thema, welches die Jugendlichen in Basel begleitet, heisst «Freude».

Alle Informationen zum Taizé-Jugendtreffen in Basel: www.taizebasel.ch

Karin Müller, kirchenbote-online, 9. November 2017