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Kirche

Abstimmungsmarathon an der Herbstsynode

21.12.2021
Die evangelisch-reformierte Kantonalkirche beendete die laufende Legislaturperiode und legte den Grundstein für die nächsten vier Jahre.

Die Synode der evangelisch-reformierten Kantonalkirche in der Kirche von Küssnacht war die letzte der Legislaturperiode 2018 bis 2021. Im Zentrum stand dabei die Debatte über die Strategie der Kantonalkirche. Nach vielen Kommissionssitzungen – umsichtig geleitet vom Synodalen Peter Bertschi – und mehreren Gesprächssynoden wurde die resultierende Fassung der Strategie den Synodalen zur Genehmigung vorgelegt. Zuerst musste das Abstimmungsreglement für einmal geändert werden: Es galt nicht das absolute, sondern das relative Mehr (ein Strategieziel gilt als angenommen, wenn es mehr Ja- als Nein-Stimmen erhalten hat, so wird vermieden, dass Enthaltungen de facto als Nein-Stimmen gezählt werden). In zwei Fällen konnte mit diesem Prozedere tatsächlich ein Strategieziel trotz viel Gegenwind angenommen werden. Es gab alle Resultatvarianten bei der Diskussion über die einzelnen Strategieziele: einmütige Genehmigung, Zitterpartie oder Verzicht. Das 11. Gebot «Du sollst nicht Worte klauben» wurde mehrfach zitiert. 38 Mal – Wiederholungen mitgerechnet – wurde unter der Leitung von Philipp Gubler, dem Vizepräsidenten der Synode, abgestimmt. Die Stimmenzählerin und der Stimmenzähler hatten also alle Augen voll zu tun. Nach der Schlussabstimmung war der Synode klar, dass sich der Aufwand zur Formulierung der Strategie gelohnt hatte. Ein feierlicher Moment, dieses Finale furioso einer durch die Pandemie geprägten Legislaturperiode.

Verabschiedungen
Der Präsident der Synode, Roland Meyer, verabschiedete 14 der 30 Synodalen. Nicht alle dadurch entstandenen Lücken konnten schon gefüllt werden. Roland Meyer appellierte demzufolge an die Synode, in den Kirchgemeinden um neue Mitglieder für die Synode zu werben. Nach zwei Legislaturperioden treten auch Kirchenratspräsident Heinz Fischer und Kirchenrätin Regula Heinzer-Wäspi von ihren Ämtern zurück.

Heinz Fischer hat mit seinem grossen Netzwerk der Kantonalkirche zu sehr vielen fruchtbringenden Kontakten verholfen. Sein Dankeswort an die Synode endete mit der Devise: «Wird etwas gewagt, kommt es meistens gut.» Kirchenrätin Regula Heinzer- Wäspi hat in den vergangenen Jahren unglaublich viel für die Kantonalkirche geleistet. Sie hat es geschafft, von den Kirchgemeinden auch in strittigen Fragen Zustimmung einzuholen. Hervorzuheben ist auch ihr Einsatz für das neue Rechnungslegungsmodell in den Kirchgemeinden. Mit unerschütterlicher Geduld stand sie den Buchhaltungsverantwortlichen der Kirchgemeinden bei, und das ehrenamtlich! Auch Roland Meyer selbst tritt als Synodalpräsident zurück und wurde von Vizepräsident Philipp Gubler gewürdigt. Roland Meyer bleibt dem Gremium aber als «normaler» Synodaler erhalten.

Weitere Traktanden
Kirchenrätin Regula Heinzer-Wäspi präsentierte – zum letzten Mal – das Budget 2022. Die Synode genehmigte in diesem Budget explizit Ausbildungsbeiträge an zwei hoffnungsvolle kirchliche Mitarbeitende. Nachdem der Präsident der GPK, Roland Wyssling, die Umsicht und die Professionalität der Ressortleiterin Heinzer-Wäspi gelobt hatte, genehmigten die Synodalen das Budget einstimmig.

Bruno Jakob, Kirchenrat