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Nahostkonflikt

Ökumenischer Rat verurteilt Trump-Plan zu Gaza als neokolonial

von epd
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06.02.2025

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Jerry Pillay, hat den Plan von US-Präsident Donald Trump zur Übernahme des Gaza-Streifens durch die Vereinigten Staaten scharf verurteilt. Trumps Absicht sei gleichbedeutend einer ethnischen Säuberung und Neokolonisierung des Heimatlandes von zwei Millionen Palästinenserinnen und Palästinensern, erklärte Pillay in Genf.

Er betonte, dass Trumps Vorschlag gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte verstosse. Zudem würden die jahrzehntelangen Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, einschliesslich der USA, um einen gerechten und dauerhaften Frieden für die Völker der Region missachtet. «Das Ansehen der Vereinigten Staaten von Amerika als verantwortungsbewusstes Mitglied der internationalen Gemeinschaft ist durch den Vorschlag selbst stark geschwächt», sagte der Südafrikaner Pillay.

Bei einer Pressekonferenz mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu hatte Trump gesagt, die USA könnten den Gaza-Streifen «übernehmen», und die dort lebenden Palästinenser sollten ihn verlassen. Er sagte, die USA könnten aus dem weitgehend zerstörten Gebiet eine «Riviera des Nahen Ostens» machen.

Die Terrororganisation Hamas hatte im Oktober 2023 Israel überfallen. Daraufhin entbrannte im Gaza-Streifen ein Krieg. Seit Januar herrscht eine Waffenruhe zwischen den verfeindeten Parteien.

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Seit der Waffenruhe hat die Nothilfe in Gaza stark an Fahrt aufgenommen. Vor Ort ist auch das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz Heks. Georgina Jordan, die Delegierte für Humanitäre Hilfe, berichtet über die Arbeit in einem total zerstörten Gebiet.